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Realschulabschluss Externenprüfung

Der Begriff Externenprüfung ist einerseits aus der beruflichen Qualifizierung bekannt und steht andererseits auch für das außerschulische Abitur. Auf diese Art und Weise kann man allerdings auch den Realschulabschluss nachholen und somit die mittlere Reife nachträglich erwerben. Zu diesem Zweck muss man sich der sogenannten Nichtschülerprüfung unterziehen, deren erfolgreiches Bestehen ohne vorherigen Schulbesuch zu einem staatlich anerkannten Bildungsabschluss wie dem Realschulabschluss führen kann.

Es handelt sich bei der Externenprüfung folglich um eine besondere Möglichkeit zum Nachmachen des mittleren Schulabschlusses speziell für Externe. Bevor man sich dieser Herausforderung stellt, sollte man die Externenprüfung genau unter die Lupe nehmen und den Weg eines Nichtschülers zum Realschulabschluss analysieren.

Realschulabschluss per Externenprüfung nachholen

In Anbetracht der Tatsache, dass Jugendliche den Realschulabschluss nach einem entsprechenden Schulbesuch der Sekundarstufe I erlangen können und der nachträgliche Erwerb der mittleren Reife am Kolleg, an der VHS oder auch an der Abendschule erfolgt, wirkt es mehr als überraschend, dass dieser staatlich anerkannte Bildungsabschluss auch ohne jeglichen Schulbesuch möglich ist. Dafür sorgt die Externen- beziehungsweise Nichtschülerprüfung, die in das Resort des Kultusministeriums des jeweiligen Bundeslandes fällt.

Wer per Externenprüfung den Realschulabschluss nachholen möchte, kann rein autodidaktisch vorgehen und die Vorbereitung individuell gestalten. Es besteht allerdings ebenfalls die Möglichkeit, sich fachliche Unterstützung zu suchen. Lehrgänge des zweiten Bildungsweges oder auch Fernkurse können im Zuge der Vorbereitung einen roten Faden vorgeben und dafür Sorge tragen, dass sich Nichtschüler auf dem Weg zur mittleren Reife nicht allzu verloren vorkommen.

Unabhängig davon, wie man vorgeht, ist eine solide Vorbereitung ein absolutes Muss, denn ebenfalls die Externenprüfung führt zum anerkannten mittleren Bildungsabschluss und vertritt somit den betreffenden hohen Anspruch. Man darf das Ganze also nicht auf die leichte Schulter nehmen und muss bedenken, dass es um den Erwerb eines offiziellen Schulabschlusses geht.

Je nach Bundesland kann es zwar durchaus Unterschiede geben, doch grundsätzlich besteht die Externenprüfung für den Realschulabschluss aus einem schriftlichen Teil in den folgenden Fächern:

  • Deutsch
  • Mathematik
  • Englisch
  • Wahlfach: Biologie, Physik, Chemie, Technik, Erdkunde, Politik, zweite Fremdsprache, Sozialwissenschaften, Religion, Sport, Kunst, Musik, Textilgestaltung oder Hauswirtschaft

Darüber hinaus müssen Nichtschüler zum Erwerb der mittleren Reife noch einen mündlichen Teil ablegen, der aus sechs mündlichen Prüfungen in den folgenden Fächern besteht:

  • Deutsch
  • Englisch
  • Mathematik
  • Geschichte
  • Biologie, Physik, Chemie oder Technik
  • Biologie, Physik, Chemie, Technik, Erdkunde, Politik, zweite Fremdsprache, Sozialwissenschaften, Religion, Sport, Kunst, Musik, Textilgestaltung oder Hauswirtschaft

Voraussetzungen, Dauer und Kosten für den Realschulabschluss per Externenprüfung

Da der Realschulabschluss per Externenprüfung ohne vorherigen Besuch einer entsprechenden Bildungseinrichtung nachgemacht werden kann, entsteht zuweilen der Eindruck, es gäbe keine besonderen Vorgaben und Nichtschüler wären besonders frei. Betrachtet man aber die Voraussetzungen, muss man feststellen, dass dem keineswegs so ist. Grundsätzlich muss man mindestens 16 Jahre alt sein und die allgemeine Schulpflicht erfüllt haben.

Außerdem darf man zuvor keine entsprechende Regelschule besucht haben, weil dies ein Ausschlusskriterium ist. Wer diese Bedingungen erfüllt, muss sich fristgerecht bei der für den Wohnsitz zuständigen Bezirksregierung oder anderweitigen Stelle melden. Nachdem man die Formulare und Unterlagen eingereicht hat, werden die Zulassungsvoraussetzungen behördlich geprüft.

Hat man die Zulassung zur Externenprüfung erhalten, um den Realschulabschluss nachzuholen, muss man sich hinsichtlich der Dauer keine Gedanken machen. Da die gesamte Vorbereitung mehr oder weniger in Eigenregie stattfindet, muss man sich lediglich den Prüfungen stellen, die jeweils nur etwa 30 bis 150 Minuten dauern. Kosten müssen Interessierte zudem nicht fürchten, da für das Ablegen der Externenprüfung keine Gebühren erhoben werden.

Realschulabschluss per Externenprüfung nachmachen – Die Vor- und Nachteile

All diejenigen, die den Wunsch haben, den Realschulabschluss mithilfe einer Externenprüfung nachzumachen, oder diese Option zumindest in Betracht ziehen, sollten nichts überstürzen und die Angelegenheit sehr ernst nehmen. Dazu gehört unter anderem auch ein intensiver Entscheidungsprozess, der mit einem Abwägen der Vor- und Nachteile einhergeht. Schlussendlich ist es zwar eine persönliche Entscheidung, ob man es mit der Nichtschülerprüfung versucht oder nicht, doch die folgenden Aspekte sollten Beachtung finden und können zu einem ganzheitlichen Eindruck führen.

Vorteile:

  • Durch die Externenprüfung genießt man auf dem Weg zum Realschulabschluss maximale Freiheiten und kann die Vorbereitung individuell und flexibel gestalten.
  • Auch ohne vorherigen Schulbesuch ist die mittlere Reife per Externenprüfung voll anerkannt.
  • Wer die Nichtschülerprüfung ablegen möchte, um den Realschulabschluss nachzuholen, muss keine Kosten fürchten.

Nachteile:

  • Die autodidaktische Vorbereitung auf die Externenprüfung ist eine immense Herausforderung, der nur wenige Menschen gewachsen sind.
  • Nichtschüler, die den Realschulabschluss nachholen möchten, vermissen zuweilen den Kontakt zu Dozenten und Mitschülern. Ein regelmäßiger Austausch bleibt aus, weil man auf sich alleingestellt ist.
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